Unser Ausflug zum Zentralfriedhof

Der Morgen am Donnerstag begann für unsere Gruppe relativ früh, denn es galt mit U-Bahn und Straßenbahn ein ganzes Stück weit aus Wien herauszufahren. Wir besuchten nämlich innerhalb unserer Vorträge den Zentralfriedhof Wien.

Dieser 2,5 Quadratkilometer große Friedhof wurde 1874 eröffnet und bildet mit über 330.000 Gräbern den drittgrößten Friedhof Europas (nach Hamburg und London). Anders als viele andere Friedhöfe ist der Friedhof geplant und nicht natürlich gewachsen: Er wurde 1817 von Gartenarchitekt Jonas Mytlius und Alfred Friedrich Blunschli erdacht und ist bis heute insgesamt sieben mal erweitert worden. Als beliebte Sehenswürdigkeit entwickelte sich der Friedhof durch die „Musikergräbergruppe“, in der unter anderem Beethoven, Hayden und Mozart ein (Ehren-)Grab erhalten haben. Auch Udo Jürgens, Falco und viele Politiker der Wiener Geschichte fanden hier ihre letzte Ruhestätte.

Ein weiterer Blickfang des Friedhofs ist die zentrale Karl Borromäus-Kriche, um die der Grundriss des Friedhofs entwickelt wurde. Der rund 3 Meter über dem Rest des Friedhofs erbaute Zentralkuppelbau wurde 1908-1910 von Max Hegele erbaut, der auch das Hauptportal (Tor 2) des Zentralfriedhofs errichten liess. Diese Kirche wird auch heute noch für Trauerfeiern und Gottesdienste benutzt.

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Karl-Borromäus-Kirche

Die Kirche wird von halbkreisförmigen Arkaden umgeben („neue Arkaden“), in denen Grüften und Familiendenkmäler ihren Platz finden. Etwas weiter vorne, zu Tor 2 hin, liegen die sogenannten „alten Arkaden“, die dem selben Zweck dienen, jedoch schon einmal aufgrund von Feuchte generalsaniert werden mussten.

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Neue Arkaden
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Alte Arkaden

Was den Friedhof schon zu seiner Eröffnung besonders machte und damals für einige Unruhen sorgte, ist die Öffnung des Friedhofs für alle Religionen: So hat das Friedhofsgelände 6 Kirchen und Kapellen für alle vertretende Religionen, und ausgewiesene Gruppen für zum Beispiel Buddhismus, Katholizismus und Protestantismus und Islam.

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Sogenannte Stupa in der buddhistischen Abteilung

Auch stellt der Zentralfriedhof sogenannte „Sozialgräber“ , die zumeist von Obdachlosen in Anspruch genommen werden: Die Stadt Wien stellt für deren Begräbnis Geld zur Verfügung. Die schmucklosen, mit Holzkreuzen oder einfachen Steinplatten versehenen, Gräber werden 10 Jahre lang erhalten und können dann von Angehörigen,die zu Geld gekommen sind verlängert werden. Auch stellt die Friedhöfe Wien GmbH Baby- und Totgeburtengräber zur Verfügung und ist somit einer der wenigen in und um Wien die auch für Totgeburten gebührenfreie Grabstätten anlegt und das Begräbnis kostenlos durchführt.

Der Babyfriedhof und das Denkmal zentral in dessen Gruppe wurde vom Professor Dr. Christof Riccabona entwickelt, der innerhalb des „Riccabona-Projektes“ auch andere Teile des Friedhofs gestaltete. Unter seine Direktion fielen auch der sogenannte „Park der Ruhe und Kraft“, die achteckige Gedenkstelle für die Anatomiegräber und die Buddhistische Abteilung mit ihrer Stupa, einem spirituellen Kuppelbau. Auch die an den Friedhof angrenzende Feuerhalle Simmering, die das örtliche Krematorium bildet, wurde teils von Riccabona eingerichtet/dekoriert. 

Der Friedhof bietet außerdem mit einem alten Baumbestand aus Eschen und Ahorn als Friedwald an, unter denen man begraben werden kann. 

Nach unserem eigentlichen Referat fuhr der Kurs auch auf der Linie der berühmten Bahnlinie 71, die so seit 1901 existiert und besonders wichtig um Allerheiligen wird, wenn ungefähr 400.000 Menschen auf den Friedhof strömen um zu gedenken. Dann werden sogar zusätzliche Bahnen eingesetzt um diesem Andrang gerecht zu werden.

– Von Aline, Leon, Josephine und Maija
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